Autor
Henning von Amrum ist der Künstlername des Industriestrategen und Fachautors Henning Dransfeld, der seit mehr als 25 Jahren über technologischen Wandel schreibt.
Aufgewachsen als Nachfahre nordfriesischer Seefahrer in einer international geprägten Marinefamilie entwickelte er früh eine Leidenschaft für europäische Geschichte. Studien- und Lebensjahre führten den überzeugten Europäer mit Familienbindung in Irland, Brüssel und Italien über Großbritannien, Frankreich, Hessen, Oberbayern schließlich nach Salzburg in Österreich, wo er heute zu Hause ist.
Dieses Aquarell stammt von meiner Mutter, der Amrumer Künstlerin Hanna Dransfeld (geb. Ide). Es zeigt die Tonne für den Dampfer vor der letzten Drehung Richtung Anleger in Wittdün. Ich selbst habe diese Tonne dreimal mit dem Segelboot angesteuert.
Ich bin als Sohn eines Oberbayern und einer Nordfriesin 1968 in Wittdün auf Amrum geboren. Mein Großvater gehörte zu den bekanntesten Persönlichkeiten auf und für Amrum. Dr. Wilhelm Ide kehrte 1948 nach den Wirren der beiden Weltkriege mit 49 Jahren aus englischer Gefangenschaft auf die Insel zurück. Er praktizierte fortan bis zu seinem 82. Lebensjahr als Inselarzt. Er war zweimal verheiratet und zeugte 6 Kinder – aus denen 14 Enkelkinder hervorgingen. Er führte das örtliche Nordsee-Sanatorium sowie ein Kindererholungsheim und veröffentlichten bis in die 1970er Jahre weit beachtete Kurregeln für Nordsee-Urlauber.
Wie kam ein Oberbayer in den Norden um dort zu heiraten? Ganz einfach, er ging zur Marine. Marine bedeutet Mobilität, Umzüge und Umstellungen – und daß Dein heimatlicher Anker nicht der Wohnort ist, an dem Du dich gerade aufhälst. Mein Leben hat mich von der Jugend in Kiel, Jever und Wilhelmshaven über Swansea in Wales, Rennes in Frankreich, London, Frankfurt und Oberbayern schließlich nach Salzburg geführt.
An je fiirder ik faan Oomram fuar, je grööter wurd min liif tu min heemst, da Perel faan da Nordsee. Uk deistääsfeer ik jüdere assoziation mä ailen.
Während meines Aufenthalts in London habe ich in Southampton das Segeln gelernt und an der Fastnet-Regatta 2005 teilgenommen. Mein Ziel war, die Nordsee mit einer eigenen Crew bewältigen können.
Det ha ik 2006 mearmaal deed. Wi charteren skepen faan Cuxhoben an uk faan't Iisselmeer. Trii maal stüürd wiuun't hert faan Oomram: tu da jachthaawen faan Söösdörp.
Jedesmal bin ich dabei von Arno Schermer, dem Vorsitzenden des Amrumer Yachtclubs, sehr freundlich empfangen worden.
Bei unseren Besuchen habe ich gerne mit grossem Interesse den Vorträgen von Kai Quedens, dem Inselhistoriker, über die faszinierende Zeit des Wahlfangs im 19. Jahrhundert gelauscht. Amrum hat bedeutende Kapitäne und Persönlichkeiten hervorgebracht, die bekanntesten sind Hark Olufs, der vom Sklaven zum General eines Sultans aufstieg und der Kapitän Hark Nickelsen, der ein Sklavenschiff führte und seinen Beruf nach diesen Erfahrungen an den Nagel hängte.
Ein anderes Kapitel wurde zum Ausgangspunkt für diesen Roman. Amrum wurde bis 1864 vom dänischen Königshaus regiert. Bis ein Kanonenbootgeschwader unter österreichischer Flagge, geführt von dem kukFregattenkapitän Karl Kronowetter die Insel besetzte. Die Österreicher waren im deutsch-dänischen Krieg mit den Preussen verbündet und die nordfriesischen Inseln gehörten fortan zum Norddeutschen Bund unter preussischer Verwaltung und ab 1871 zum Kaiserreich.
Ich habe in „Sommerblitz aus dem Süden“ die Lebensgeschichte von Karl Kronowetter im Alter als erfundene Geschichte weitergesponnen. Er erliegt dem Charme des Nordens, heiratet eine jüngere Amrumerin und zeugt drei Kinder, von denen der älteste, Hans der Seekadett, ebenfalls auf Amrum geboren ist. Wie in meinem echten Leben, so ist unsere Insel auch in diesem Roman Ursprung und Heimat der nordfriesisch-österreichischen Familie.
Hans erlebt wahre Höhen und Tiefen, er und seine Geschwister kämpfen in ihrer Jugend in einer von Etiketten und Pflichterfüllung bestimmten Zeit um ein selbstbestimmtes Leben, ganz nach dem Leitspruch der Nordfriesen „Lewwer duad üs Slaav.“